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SEIFENSIEDEN - EIN BEISPIELREZEPT |
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Zur Geschichte der kaltgerührten Seifen
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Anfang des 19. Jahrhunderts gab es einige bahnbrechende Neuerungen in der Seifensiederei. Die Herstellung künstlicher Soda erlaubte ein genaueres Arbeiten und die Einfuhr exotischer Fette wie Kokosöl und Palmöl inspirierte experimentierlustige Seifensieder in Deutschland zu einem völlig neuen Verfahren: statt langwierigen Kochens der Seifenmasse mit deutlichem Überschuß an Wasser und Lauge wurden die neuen Seifen auf kaltem Weg mit möglichst exakter Laugenmenge durch einfaches Zusammenrühren bei Zimmertemperatur erzeugt.
Die enorme Zeit- und Kostenersparnis zusammen mit einfacher Handhabung machte diese neuen Seifen bald recht populär. Anfangs nur aus Kokosöl hergestellt erwiesen sich diese innovativen Toiletteseifen bals als zu scharf für empfindliche Haut, Experimente mit Zusätzen wie Lanolin, Erdnußöl usw. folgten. Die ursprüngliche Kokosseife enthielt ungefähr 10 bis 15 % freies Fett was ihre Lagerfähigkeit deutlich verringerte.
Erst als auch andere Öle zum Fettansatz gemischt wurden fanden die kaltgerührten Seifen mehr und mehr Anklang, auch wenn ihr Ruf nie an die pilierten, gesottenen Toiletteseifen heranreichte. Doch die schöne Optik und der vergleichsweise günstige Preis sicherte den kaltgerührten Seifen über Jahrzehnte hinweg ein großes Publikum, erst die Industrialisierung des Handwerks der Seifensiederei ließ die Kaltverseifung langsam in Vergessenheit geraten.
Heute haben wir diese alte Technik wiederentdeckt und behutsam modernisiert: chemische Analysen der Fette erlauben eine exakte Dosierung der Lauge und die Vielfalt der uns heute zur Verfügung stehenden Rohstoffe wie Mandelöl, Kakaobutter und Sheabutter um nur einige zu nennen garantieren milde, pflegende Seifen die durch die individuell gewählte Überfettungsstufe an jeden Hauttyp angepasst werden können.
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Cocolivia (Olivenöl-Kokos-Seife)
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Seife unter Beachtung der Sicherheitsregeln herstellen: Entfernen Sie sämtliche Lebensmittel von den Küchenarbeitsflächen, decken Sie alles mit altem Zeitungspapier ab. Spritzer der rohen Seife könnten die Oberfläche Ihrer Küchenmöbel beschädigen, außerdem wird das Aufräumen so einfacher. ***
Ziehen Sie entsprechende Schutzkleidung an. Schutzbrille und Gummihandschuhe sind unbedingt erforderlich, feste Schuhe sowie eine Schürze bzw. ein Arbeitsmantel sind empfehlenswert. Kokosnußöl bei sanfter Hitze zum Schmelzen bringen. Mit Gummihandschuhen und Schutzbrille das Ätznatron (NaOH) auswiegen. Vorsicht: etwaigen dabei entstehenden Staub NICHT einatmen.
Verschüttete Kristalle sorgfältig wegwischen und den Behälter hinterher wieder GUT verschließen, da die NaOH Kristalle hygroskopisch sind, d.h. sie ziehen Wasser an und verlieren so ihre Kraft, im schlimmsten Fall kann das NaOH dadurch unbrauchbar werden. Das Auswiegen des NaOH muß grammgenau erfolgen um den gewünschten Überfettungsgrad der Seife zuverlässig einstellen zu können.
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Zutaten
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700 g Olivenöl
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500 g Kokosnußöl
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430 g Kamillen-Zitronengrastee (eiskalt, hergestellt aus dest. Wasser)
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177 g NaOH
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15 g Citronellaöl
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15 g Litzea cubeba
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2 EL Ringelblumenblätter (optional)
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Das Ätznatron unter ständigem Rühren VORSICHTIG in den kalten Kräutertee rieseln lassen, Gesicht dabei abwenden. Die Flüssigkeit wird sehr schnell HEISS und es bilden sich giftige Dämpfe - NICHT einatmen. Nach Möglichkeit im Freien bzw. vor einem offenen Fenster oder unter einer gut funktionierenden Dunstabzugshaube arbeiten.
So lange rühren, bis das NaOH komplett gelöst ist. Auf Zimmertemperatur oder etwas darüber abkühlen lassen (handwarm). Olivenöl zum geschmolzenen Kokosöl geben, Mischung auf ca. 35 ° / 40° C temperieren. Nun wird die abgekühlte Lauge unter langsamem Rühren vorsichtig dazu gegossen. Mit Hilfe von Stabmixer und Rührlöffel zum Andicken bringen, d.h. die Seife soll wie frisch eingekochter Vanillepudding oder wie dicke Cremesuppe aussehen. Ätherische Öle dazugeben, mit dem Stabmixer gut verrühren. Erst zum Schluß die Ringelblumenblätter beifügen, jetzt nur mehr mit dem Rührlöffel rühren, da der Stabmixer die Blütenblätter zu stark zerkleinern würde.
Die rohe Seifenmasse in die vorbereitete Form füllen; dafür eignen sich z.B. Plastikgefäße aber auch Holzkisten (mit Plastikfolie auslegen!). Mit Plastikfolie abdecken, gut isolieren, z.B. mit einem alten Handtuch oder ähnlichem. Nach 24 Stunden oder sobald die Seifenmasse ausgekühlt und fest ist (das kann bei dieser Seife bis zu 2 Tagen dauern), aus der Form nehmen, schneiden und 4 bis 6 Wochen nachreifen/trocknen lassen.
Charakteristik: unkomplizierte, sehr bereitwillig und ausgiebig schäumende Seife mit frischem, haltbaren Zitrusduft. Gute Allround Seife die aufgrund des hohen Olivenölanteils sanft zur Haut ist.
Copyrights by C. Kasper Dieser Text wurde uns zur Verfügung gestellt von C. Kasper / www.naturseife.com Hier finden Sie auch detailliertere Informationen zur Seifenherstellung sowie weitere Rezepte.
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*Anmerkung von Alte Pfade*
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*** Diese Anleitung ist nur für den privaten Gebrauch geeignet; professionelle, gewerbliche Seifensieder brauchen einen Extraraum, der gänzlich gefließt ist, einen Wasseranschluss hat sowie weitere gesetzliche Vorgaben erfüllt. Der Raum muß vom Gesundheitsamt abgenommen werden. In diesem Raum dürfen keine Lebensmittel hergestellt werden. Doch auch wenn Sie die Seifensiederei als Hobby betreiben möchten, sollten sie bei den Arbeitsmaterialien beispielsweise auf einen alten, ausgedienten Mixer zugreifen, der nur für diese Zwecke gedacht ist statt den in Ihrer Küche um Unfälle zu vermeiden.
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Geschichte der Seife
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